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Spinnen

Coburger Fuchsschaf

Für mein Brettchengewebe wollte ich eine möglichst authentische Wolle spinnen. Also von einer Schafrasse, die es schon etwas länger gibt, vorzugsweise schon seit dem Mittelalter oder früher. Dabei bin ich aber nicht bereit ein Vermögen für die Wolle auszugeben. Meine Wahl fiel deshalb auf Wolle vom Coburger Fuchsschaf, einer alten deutschen Haustierrasse. Auch wenn die Rasse erst seit 1966 als Landschafrasse anerkannt ist, gibt es sie schon viel länger. Ich muss nochmal recherchieren, ob sie schon im Mittelalter verbreitet war. Viele Aktive nehmen für ihre mittelalterliche Darstellung Wolle von diesem Schaf.

Ich hab ein ganzes Kilo geordert mit der Überlegung, dass man die helle Wolle bestimmt auch gut färben könnte. Mittlerweile zweifel ich aber an diesen Gedanken. Die Wolle hat eine so schöne eigene Färbung, dass es fast Frevel wäre, sie zu färben. Die Farbe ist etwas schwierig zu beschreiben. Leider kommt sie auch auf Fotos nur sehr schlecht rüber. Ich versuche es mal: es ist ein Sandton, der leicht golden wirkt und enthält dunklere und hellere Wolle. Das verleiht der fertig gesponnenden Wolle einen schönen, sehr dezenten Farbverlauf.

Die Wolle lässt sich ausgebrochen gut verspinnen. Dummerweise habe ich einen Beutel erwischt in dem überdurchschnittlich viele Heuteile und sehr kleine, verfilzte Knuppel drin sind. Das ist ziemlich ärgerlich, da ich beim spinnen fast nur am puhlen bin, um den Kram rauszubekommen. Schließlich möchte ich zum Brettchenweben einen möglichst gleichmäßigen Faden bekommen. Aber da muss ich wohl jetzt durch.

Ich habe mir jetzt überlegt, dass ich mir zum Färben noch andere Wolle kaufen werden. Die Coburger Fuchsschaf werde ich naturfarbig lassen und mit anderer gefärbter Wolle verweben. Ich denke Krapp-Rot wäre sicherlich eine hübsche Kombination mit dem goldfarbigen Fuchsschaf.

(Sonntag, 18. Dez, 2005 @ 16:44:34)

6.5.07 11:30


Geschmiedeter Einzugshaken

Gestern hab ich mich ganz kurzfristig entschlossen noch auf einen kleinen Weihnachtsmarkt zu fahren. Die letzten Jahre war der immer ganz gut, wobei ich im nachhinein sagen muss, dass er auch letztes Jahr schon nicht mehr ganz so doll war.

Mit einer Ausnahme: Es war eine Schmiedin da, die direkt vor Ort geschmiedet hat. Das war schon spannend ihr bei der Arbeit zuzuschauen. Sie hatte einige kleinere Teile zum Verkauf auf einem Tischchen liegen. Anhänger an Lederbändern, Briefbeschwerer usw. Und einen einzelnen länglichen Gegenstand, der mir schon beim ersten Hinsehen von der Form her merkwürdig bekannt vorkam:

 


 

Tatsächlich handelte es sich dabei um eine sog. Spinnradeinzugshilfe, wie ein kleines Schildchen daneben veriet. Natürlich konnte ich den da nicht liegen lassen, auch wenn er zugegebenermaßen nicht ganz günstig war. Aber zum einen ist es ein absolutes Einzelstück und dann hat er irgendwie Stil. Ich freue mich auf jeden Fall darüber, dass ich mich so spontan entschlossen hab, mir etwas schönes zu gönnen. Kommt sonst selten genug vor.

Man könnte zu diesen Einzugshaken übrigens auch: FaDuZiDi - die Abkürzung für FadenDurchZiehDings sagen. Der Begriff wurde in einer Diskussion im Finkhand-Forum gefunden, in der wir überlegt hatten, wie wohl der korrekte Name für die Einzugshaken ist. Offensichtlich gibt es keinen wirklich kreativen Namen, also ist es bei FaDuZiDi geblieben.

(Sonntag, 11. Dez, 2005 @ 11:24:05)

6.5.07 11:25


Quitschen vs. Ölflecken

Gestern abend fing mein Spinnrad mit einem mal an zu quitschen. Erst ganz leise, dann immer lauter. Da ich nun aber zur Entspannung spinne, und ein quitschendes Rad eben nicht unbedingt dazu beiträgt, kramte ich mein Ashford-Spinnrad-Öl hervor, um meinem Traditional das Quietschen wieder abzugewöhnen.

Zum Glück hatte ich mir irgendwann einmal die Anleitungen zu meinem Spinnrad von der Ashford-Homepage ausgedruckt. Da ich meins gebraucht gekauft habe, war die Anleitung nicht von vornerein dabei. Da steht auch etwas zur Pflege, also zum Ölen drin. Für die Verbindungen am Trittbrett empfehlt Ashford kein Öl sondern Kerzenwachs?! Da muss ich direkt nochmal meine Freundin fragen, wieso. Naja, langer Rede kuzer Sinn, ich hab also allen möglichen Stellen einen Tropfen Öl verpasst. Dummerweise ist mein Spinnrad nicht lackiert, sondern rein natur. An manchen Stellen hat das Holz sofort das Öl aufgesaugt, bevor es an seinem "Zielort" angelangt war. Und da sind jetzt unschöne Flecken entstanden. Sowas von ärgerlich! Ich wüsste auch nicht, wie ich das anders hätte machen sollen.

Wenigstens schnurrt mein Spinnrad jetzt wieder. Und das ist doch eigentlich die Hauptsache... obwohl mich die Flecken trotzdem ganz schön ärgern.

(Sonntag, 04. Dez, 2005 @ 15:41:28)

 

6.5.07 11:17


Wie schnell muss die Handspindel drehen?

Das ist eine Frage, die ich mir am Anfang häufig gestellt habe.

Irgendwann genügt es einem nicht mehr, einen schönen, gleichmäßigen Faden zu erzeugen. Man möchte, dass der Faden sich nicht direkt "verkringelt", wenn man die Spannung ein bißchen löst und diese komischen Knötchen bildet.

Auf irgendeiner Homepage zum Thema Spinnen hatte ich gelesen, dass man einen gehaspelten Strang Wolle hochhalten soll, um die Fadenspannung zu überprüfen. Wenn sich das untere Ende gegen das obere, festgehaltene Ende verdrehen würde, wäre mit zu viel oder zu wenig Drall gesponnen worden.

Das ist ja eine ganz nette Art, seine fertige Wolle zu kontrollieren, hilft aber (dem Anfänger) beim Spinnen selber auch nicht weiter. Natürlich ist das alles Übungssache. Aber folgendes kann ich als Tip weitergeben:

Der Faden soll so wenig Drall haben wie möglich, aber so viel wie nötig.

Wenn die Handspindel mit einem kleinen Poltern und einem Fäkalwort begleitet zu Boden fällt, war es zu wenig.
Ebenfalls zu wenig Spannung war es, wenn der Faden beim verzwirnen oder verarbeiten reißt.
Zu viel Spannung ist es, wenn man den Faden mit Gewalt außereinander halten muss, damit er sich nicht mit sich selbst verzwirnt und "Knötchen" macht.

Mit der Handspindel kann man die Spannung so regulieren:

Je schneller die Spindel dreht und je weniger man die Wolle auszieht, desto mehr Drall hat die Wolle.

Zieht man die Wolle bei gleichbleibender Spindeldrehung schneller aus, ist der Drall weniger.

Dreht man die Spindel langsamer bei gleichbleibendem Wollauszug, ist der Drall weniger.

(Sonntag, 23. Okt, 2005 @ 11:58:49)

6.5.07 11:04


Aller Anfang

Die erste Frage, die ein interessierter Mitmensch stellt, wenn es um das Spinnen von Wolle geht, ist sicherlich "Wie bist Du denn zu diesem ungewöhnlichen Hobby gekommen?"

Jede Spinnerin und jeder Spinner hat da sicher seine eigene spannende Geschichte zu erzählen. Meine ist ganz unspektakulär. Vor ca. einem Jahr, im Herbst 2004, fiel mir beim Durchblättern eines Bastelkatalogs eine Handspindel ins Auge. Wie funktioniert das wohl, fragte ich mich. Ich recherchierte im Internet und stoß direkt auf die Homepage von Flinkhand. Flinkhand hat dort eine tolle Anleitung zum Spinnen mit der Handspindel. Sah ja alles nicht zu schwierig aus.
Leider war die Handspindel in dem besagte Bastelkatalog nicht wirklich günstig. Außerdem ist es ja nicht so, dass ich bis dahin keine anderen Hobbies hatte. Noch etwas neues anfangen? Das war auch das erste, was meine Mama zu dem Thema sagte. Womit sie wie gesagt, nicht ganz unrecht hatte. Also bestellten wir bei dem Bastelversand und die Spindel wurde nicht geordert.
Was soll ich Euch sagen? Es gibt ja ebay! Kennt Ihr das auch? Man schaut in seine gewohnte Rubrig, es gibt nichts interessantes Neues, man überlegt, wonach man noch suchen könnte... Und schwups hat man eine Auktion gefunden, in der eine Handspindel mit Anleitung und Probewolle (in quitschbunten Farben) angeboten wird, derren Verkäuferin zufällig auch noch Wolle im Kammzug in Naturfarben anbietet.

Es dauerte nicht allzu lange, bis die Handspindel bei mir ankam. Oh weh, bei Flinkhand sah das doch alles so einfach aus. Nicht mal das "Anspinnen" klappte richtig! Tip für Anfänger: Am Anfang tut es auch ein Knoten zwischen Anfangsfaden und der zu spinnenden Wolle, aus der mit den Fingern schon ein kurzer "Fadenanfang" gedreht wird.

Ich produzierte also fleißig die allseits bekannten, bei Anfängern wenig beliebten "schwangeren Flauschwürmern". Und es wurde und wurde nicht besser. Ich übte und übte, holte mir Tips im Forum und nichts, aber auch gar nichts wurde besser. Bis... ja, bis ich endlich von der mitgelieferten, bunten Märchenwolle auf die mitgekaufte Wolle im Kammzug umstieg.
Siehe da, der Faden wurde gleichmäßig!. Erst dick, dann sogar immer dünner. Und die Flauschwürmer waren schon gar nicht mehr schwanger!
Merke: Wenn mit einer Handspindel Wolle mitgelieftert wird, die sich bestenfalls zum Filzen, aber keinesfalls zum Spinnen eignet, dann kann das auch nichts werden!

Nach diesem Erfalgserlebnis sponn ich in jeder freien Minute. Der Faden wurde mittlerweile so dünn, dass es lange dauerte, bis die Spindel voll war. Zum Haspeln wickelte ich ihn um die Beine eines umgedrehten Pflanzenhockers, feuchtete ihn leicht mit Wasser aus einer Pflanzenspritzflasche an und verzwirnte ihn mit dem nächsten so gefertigten Faden, ebenfalls auf der Handspindel.

Ich bin froh, dass ich mit dem Spinnen begonnen habe, denn es gibt nichts beruhigenderes und entspannenderes.

(Sonntag, 23. Okt, 2005 @ 11:37:02)

6.5.07 11:02





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