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Die erste Frage, die ein interessierter Mitmensch stellt, wenn es um das Spinnen von Wolle geht, ist sicherlich "Wie bist Du denn zu diesem ungewöhnlichen Hobby gekommen?"

Jede Spinnerin und jeder Spinner hat da sicher seine eigene spannende Geschichte zu erzählen. Meine ist ganz unspektakulär. Vor ca. einem Jahr, im Herbst 2004, fiel mir beim Durchblättern eines Bastelkatalogs eine Handspindel ins Auge. Wie funktioniert das wohl, fragte ich mich. Ich recherchierte im Internet und stoß direkt auf die Homepage von Flinkhand. Flinkhand hat dort eine tolle Anleitung zum Spinnen mit der Handspindel. Sah ja alles nicht zu schwierig aus.
Leider war die Handspindel in dem besagte Bastelkatalog nicht wirklich günstig. Außerdem ist es ja nicht so, dass ich bis dahin keine anderen Hobbies hatte. Noch etwas neues anfangen? Das war auch das erste, was meine Mama zu dem Thema sagte. Womit sie wie gesagt, nicht ganz unrecht hatte. Also bestellten wir bei dem Bastelversand und die Spindel wurde nicht geordert.
Was soll ich Euch sagen? Es gibt ja ebay! Kennt Ihr das auch? Man schaut in seine gewohnte Rubrig, es gibt nichts interessantes Neues, man überlegt, wonach man noch suchen könnte... Und schwups hat man eine Auktion gefunden, in der eine Handspindel mit Anleitung und Probewolle (in quitschbunten Farben) angeboten wird, derren Verkäuferin zufällig auch noch Wolle im Kammzug in Naturfarben anbietet.

Es dauerte nicht allzu lange, bis die Handspindel bei mir ankam. Oh weh, bei Flinkhand sah das doch alles so einfach aus. Nicht mal das "Anspinnen" klappte richtig! Tip für Anfänger: Am Anfang tut es auch ein Knoten zwischen Anfangsfaden und der zu spinnenden Wolle, aus der mit den Fingern schon ein kurzer "Fadenanfang" gedreht wird.

Ich produzierte also fleißig die allseits bekannten, bei Anfängern wenig beliebten "schwangeren Flauschwürmern". Und es wurde und wurde nicht besser. Ich übte und übte, holte mir Tips im Forum und nichts, aber auch gar nichts wurde besser. Bis... ja, bis ich endlich von der mitgelieferten, bunten Märchenwolle auf die mitgekaufte Wolle im Kammzug umstieg.
Siehe da, der Faden wurde gleichmäßig!. Erst dick, dann sogar immer dünner. Und die Flauschwürmer waren schon gar nicht mehr schwanger!
Merke: Wenn mit einer Handspindel Wolle mitgelieftert wird, die sich bestenfalls zum Filzen, aber keinesfalls zum Spinnen eignet, dann kann das auch nichts werden!

Nach diesem Erfalgserlebnis sponn ich in jeder freien Minute. Der Faden wurde mittlerweile so dünn, dass es lange dauerte, bis die Spindel voll war. Zum Haspeln wickelte ich ihn um die Beine eines umgedrehten Pflanzenhockers, feuchtete ihn leicht mit Wasser aus einer Pflanzenspritzflasche an und verzwirnte ihn mit dem nächsten so gefertigten Faden, ebenfalls auf der Handspindel.

Ich bin froh, dass ich mit dem Spinnen begonnen habe, denn es gibt nichts beruhigenderes und entspannenderes.

(Sonntag, 23. Okt, 2005 @ 11:37:02)

6.5.07 11:02
 


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